Blog

Ihr Recht auf Umgang mit Ihrem Kind

Sie haben sich getrennt und Ihr Kind lebt nicht bei Ihnen? Dann sollten Sie den folgenden Artikel über Ihr Recht auf Umgang lesen.

Vater und Tochter - Umgangsrecht
Foto: Edyta Pawlowska – Fotolia
Das Umgangsrecht steht unter dem Schutz des Grundgesetzes und hier des Artikel 6 Abs. 2 Satz 1 GG. Im BGB ist die zentrale Vorschrift zum Umgangsrecht der § 1684 Abs. 1. Er lautet:

„Das Kind hat das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil; jeder Elternteil ist zum Umgang mit dem Kind verpflichtet und berechtigt.“

Sie als Umgangsberechtigter haben dementsprechend ein Anspruch darauf, dass Ihnen der Umgang Ihrem Kind/Ihren Kindern ermöglicht wird.

Der Elternteil, bei welchem die Kinder leben, ist verpflichtet, die Kinder mit den für die Umgangsausübung notwendigen Gegenständen (Ersatzkleidung usw.) auszustatten (FamfG Monchschau FamRZ 2004, S. 2087).

Während der Zeit der Umgangsausübung entscheiden Sie als Umgangsberechtigter über die alltäglichen Fragen und über den Aufenthalt des Kindes.

Lediglich in Ausnahmefällen, bspw. bei ganz kleinen Kindern und im Falle der Gefährdung der Kinder bei unbeaufsichtigter Umgangsausübung (Gewaltneigung des Vaters, alkoholbedingte Unzuverlässigkeit, kranke Kinder) kann die sorgeberechtigte Mutter verlangen, dass der Vater die Kinder entweder zu Hause oder in betreutem Rahmen besucht.

Grundsätzlich spricht auch bei kleinen Kindern (ca. 2 Jahre) nichts gegen eine Umgangsausübung inklusive Übernachtung. Die grundlose Versagung eines Übernachtungsrechts kann sogar eine Verletzung des Elternrechts nach Artikel 6 Abs. 2 Satz 1 GG bedeuten. (BVerfG FamRZ 2007, S.105 und 2007 S. 1078).

Entscheidungsmaßstab für die Dauer und Häufigkeit des Umgangs ist, sofern beide Elternteile nahe bei einander wohnen, vornehmlich das Alter des Kindes. Je jünger das Kind, desto häufiger, aber auch kürzer werden die Umgangskontakte in der gerichtlichen Praxis festgesetzt.

Je weiter Sie als Umgangsberechtigter von Ihren Kindern entfernt wohnen, desto seltener aber länger müssen die Umgangskontakte ausfallen.

Das Umgangsrecht ist grundsätzlich eine Holschuld, das heißt, dass der umgangsberechtigte Elternteil die Kinder grundsätzlich auf seine Kosten holen und zurückbringen muss. Selbstverständlich können hier auch andere Regelungen vereinbart werden.

Die Kosten der Umgangsausübung sind im Regelfall von dem Umgangsberechtigten zu tragen.

In den Fällen, in denen das hälftige Kindergeld, welches ja dem Umgangsberechtigten und gleichzeitig Barunterhaltspflichtigen zu Gute kommt, nicht ausreicht um die Umgangskosten zu decken, können die überschießenden Kosten wahlweise von dem der Unterhalt zugrunde zu legenden Einkommen abgezogen oder dem Selbstbehalt hinzugerechnet werden. Dies hat der BGH in seinem Urteil vom 23.02.2005 entschieden (BGH FamRZ 2005, S. 706).

Nächste Woche erfahren Sie hier mehr zu den Gründen für einen Ausschluss oder eine Aussetzung des Umgangs, sowie die möglichen Folgen einer Vereitelung des Umgangsrechts.

Blogbeiträge

Wichtige Artikel und neue Urteile

Wenn Sie sich in einer schwierigen Situation befinden und eine Immobilie teilen müssen, kann die Teilungsversteigerung ein Ausweg sein, der sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt. Ich möchte Ihnen heute einen Überblick über dieses Verfahren geben und Ihnen einen ersten wertvollen Tipp an die Hand geben, den Sie sofort umsetzen können. Was ist […]

🚨 Stehen Sie vor der Herausforderung, das Sorgerecht für Ihr Kind zu regeln? 🚨 Viele Eltern finden sich in einer emotional belastenden Situation wieder, wenn es um das Sorgerecht geht. Als Anwältin habe ich oft mit Eltern zu tun, die sich fragen: „Wie kann ich das Beste für mein Kind sicherstellen und gleichzeitig meine Rechte […]

Nachehelicher Ehegattenunterhalt ist ein Thema, das viele von uns betrifft oder betreffen könnte. Die damit verbundenen rechtlichen und finanziellen Aspekte sind oft komplex und emotional aufgeladen. In diesem Blogartikel möchte ich Ihnen einen Überblick über die Voraussetzungen und Risiken des nachehelichen Ehegattenunterhalts geben und Ihnen einen wertvollen Tipp mit auf den Weg geben. Voraussetzungen für […]

💔 Ihre Ehe ist gescheitert und Sie wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? 💔 Ich verstehe Ihre Situation nur zu gut. Als Fachanwältin für Familienrecht mit über 25 Jahren Erfahrung und selbst alleinerziehende Mutter kenne ich die Ängste und Sorgen, die mit einer Trennung einhergehen. In solchen Zeiten fühlen Sie sich möglicherweise überwältigt und fragen […]

Die Liebe ist verblasst, die Trennung erfolgt.Bevor das endgültige Ende der Ehe durch eine Scheidung eingeläutet werden kann, muss jedoch in Deutschland das sogenannte Trennungsjahr absolviert werden. Doch was bedeutet das genau und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Warum ist das Trennungsjahr vorgeschrieben? Grundsätzlich ist eine Ehe auf Dauer angelegt. Im Trennungsjahr soll den Eheleuten […]

Besonderheiten, auf die es zu achten gilt Wenn Führungskräfte, wie Manager, Geschäftsführer, Vorstände und Mitglieder in Aufsichtsräten von Trennung und Scheidung betroffen sind und nicht Vorsorge durch einen Ehevertrag getroffen haben, sehen sie sich gerade in finanzieller Hinsicht mannigfachen Problemen gegenüber. Gerade im Bezug auf einen etwaigen Zugewinnausgleich, Unterhaltsansprüche und auch dem Ausgleich der Rentenanwartschaften […]

Verliebt, verlobt, verheiratet und schon ist mit der Ehe auch ein Rechtsverhältnis begründet worden. Jungunternehmer oder junge Unternehmensgründer, die ihre Liebe mit einer Hochzeit krönen, bedenken oft nicht, dass sich Ehe und Unternehmen auch auseinander entwickeln können. Welche Folgen eine Scheidung für das Unternehmen haben kann, wird oft nicht bedacht. Zum Zeitpunkt der Eheschließung steckt […]

Unterhaltsberechnung nach der Quotenmethode: Grundsätzlich wird der Ehegattenunterhalt berechnet, indem man die anrechenbaren Einkünfte beider Eheleute zusammenaddiert und dann durch zwei teilt. Dies stellt den Unterhaltsbedarf des geringer verdienenden oder einkommenslosen Ehegatten dar. Auf diesen Unterhaltsbedarf muss er sich dann eigene Einkünfte anrechnen lassen. Der verbleibende Restbetrag stellt seinen tatsächlichen Unterhaltsbedarf dar. Anrechenbar ist das […]

Was bedeutet Kindeswohl? Das Kindeswohl ist ein zentraler Rechtsbegriff des Familienrechts und Maßstab für Entscheidungen insbesondere im Sorge- und Umgangsrecht, aber auch bei Adoptionen und Vaterschaftsfragen. Es gibt keine rechtliche Definition des Kindeswohls aber Kriterien, auf deren Grundlage über das Kindeswohl entschieden wird. Danach gehört zum Kindeswohl insbesondere: Das Kindeswohl bei der elterlichen Sorge Insbesondere […]