Blog

Ein im Zuge einer Trennung häufig gemachter Fehler, den Sie vermeiden sollten:

Figur, Mann, Frau, Streitgespräch

Rudie – Fotolia.com

Wenn man die Entscheidung trifft, sich von dem Ehepartner zu trennen, so geschieht dies zumeist in emotionalem Aufruhr. Man möchte dann nur so schnell wie möglich der räumlichen Nähe zu dem Partner entfliehen und zieht oft Hals über Kopf aus der ehegemeinsamen Wohnung aus. Dabei nimmt man dann auch nur das Nötigste mit. Den Rest beabsichtigt man sich später zu holen.

Hauptsache, man ist der so belastenden Situation erst einmal – zumindest räumlich – entflohen.

Im Nachhinein ist es aber oftmals sehr schwierig, noch an benötigte Dokumente und Unterlagen heranzukommen. Oft passiert es auch, dass, wenn ein gemeinsames Konto besteht, der andere Ehepartner die Gelegenheit nutzt und dieses leerräumt. Gleiches kann Ihnen passieren, wenn Sie die bestehende Kontovollmacht des Ehepartners für Ihr Konto nicht widerrufen haben.

Im schlimmsten Fall können solche Versäumnisse sogar langwierige Gerichtsverfahren notwendig werden lassen, die ansonsten in sehr vielen Fällen hätten vermieden werden können.

Es ist daher immer ratsam, bevor Sie Ihrem Ehepartner Ihre Trennungsabsicht mitteilen, bereits wichtige Dokumente, wie Versicherungsunterlagen zumindest in Kopie in Ihren Besitz zu bringen. Ebenso ist es wichtig, dass Sie, soweit möglich, Nachweise über die Einkommens- und Vermögensver-hältnisse des Ehegatten sichern. Kopieren Sie sich alles, was Ihnen wichtig erscheint. Es wird Ihnen im Zuge der Auseinandersetzung Ihrer Ehe viel Ärger und Zeit ersparen.

Auch eine möglichst vollständige Auflistung über alle Haushaltsgegenstände sollten Sie anfertigen, bevor Sie die ehegemeinsame Wohnung verlassen. Haushaltsgegenstände sind alle Dinge, die während der Ehe gemeinsam angeschafft wurden und der gemeinsamen Lebensführung dienten. Unerheblich ist hierbei, wer diese Sachen bezahlt hat. Vorehelich von einem Ehepartner angeschaffte Gegenstände verbleiben in dessen Alleineigentum. Im Nachhinein ist dies schwierig, insbesondere dann, wenn Sie keinen Zugang mehr zu der Wohnung haben. Fertigen Sie eine solche Liste aus dem Gedächtnis heraus, werden Sie voraussichtlich Einiges vergessen.

Ganz wichtig ist es auch, falls vorhanden, eine Kontovollmacht des Partners vor der Trennung zu widerrufen. Haben Sie ein gemeinsames Konto, so eröffnen Sie vorher ein Eigenes und überweisen Sie sich einen von Ihnen in nächster Zeit benötigten und angemessenen Betrag auf dieses Konto. Wenn Sie berufstätig sind veranlassen Sie Ihren Arbeitgeber Ihren Lohn zukünftig auf dieses Konto zu zahlen.

Wenn Sie die vorbenannten Ratschläge beherzigen ersparen Sie sich bspw. in Unterhaltsverfahren langwierige außergerichtliche und oft auch aufgrund hartnäckiger Auskunftsverweigerung notwendig werdende gerichtliche Verfahren.

Außerdem haben Sie viel bessere Möglichkeiten schnell Ihre Ansprüche geltend zu machen und ggf. durchzusetzen und dann nach vorne schauen und sich Ihr neues Leben ohne den Ehegatten aufbauen zu können.

Als Anwalt kann man dann auch mit Ihnen erarbeiten, was für Sie wichtig ist und wo Sie Ihrem Partner gegenüber eventuell Zugeständnisse machen können, so dass oft tragfähige und umfassende Vereinba- rungen getroffen werden können, die Rechtsstreite, die meist psychisch sehr belastend sind und Sie weiter an das Vergangene ketten, vermieden werden können.

Meiner Erfahrung nach ist es auch fast immer ein großer Vorteil, wenn man schnell realistische Forderungen, wie bspw. die auf Unterhaltszahlung, nachvollziehbar und deutlich gegenüber dem Partner geltend machen kann. Hat man dessen Einkommensunterlagen, so können durch einen Anwalt nachprüfbare Berechnungen gefertigt werden, die dann auch meist zügig akzeptiert werden.

Je mehr Unterlagen Sie zur Verfügung haben, desto sachlich fundierter können Ihre Ansprüche geltend gemacht und durchgesetzt werden. Wenn Sie erst im Trüben fischen müssen, weil Ihnen wenig Informa- tionen und Unterlagen zur Verfügung stehen, führt dies zu Verunsicherungen auch auf Seiten des Partners und dann auch oftmals zu Boykotthaltungen desselben, die dann zu unerfreulichen und zeitlich ausgedehnten Rechtsstreiten führen.

Blogbeiträge

Wichtige Artikel und neue Urteile

Wenn Sie sich in einer schwierigen Situation befinden und eine Immobilie teilen müssen, kann die Teilungsversteigerung ein Ausweg sein, der sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt. Ich möchte Ihnen heute einen Überblick über dieses Verfahren geben und Ihnen einen ersten wertvollen Tipp an die Hand geben, den Sie sofort umsetzen können. Was ist […]

🚨 Stehen Sie vor der Herausforderung, das Sorgerecht für Ihr Kind zu regeln? 🚨 Viele Eltern finden sich in einer emotional belastenden Situation wieder, wenn es um das Sorgerecht geht. Als Anwältin habe ich oft mit Eltern zu tun, die sich fragen: „Wie kann ich das Beste für mein Kind sicherstellen und gleichzeitig meine Rechte […]

Nachehelicher Ehegattenunterhalt ist ein Thema, das viele von uns betrifft oder betreffen könnte. Die damit verbundenen rechtlichen und finanziellen Aspekte sind oft komplex und emotional aufgeladen. In diesem Blogartikel möchte ich Ihnen einen Überblick über die Voraussetzungen und Risiken des nachehelichen Ehegattenunterhalts geben und Ihnen einen wertvollen Tipp mit auf den Weg geben. Voraussetzungen für […]

💔 Ihre Ehe ist gescheitert und Sie wissen nicht, wo Sie anfangen sollen? 💔 Ich verstehe Ihre Situation nur zu gut. Als Fachanwältin für Familienrecht mit über 25 Jahren Erfahrung und selbst alleinerziehende Mutter kenne ich die Ängste und Sorgen, die mit einer Trennung einhergehen. In solchen Zeiten fühlen Sie sich möglicherweise überwältigt und fragen […]

Die Liebe ist verblasst, die Trennung erfolgt.Bevor das endgültige Ende der Ehe durch eine Scheidung eingeläutet werden kann, muss jedoch in Deutschland das sogenannte Trennungsjahr absolviert werden. Doch was bedeutet das genau und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein? Warum ist das Trennungsjahr vorgeschrieben? Grundsätzlich ist eine Ehe auf Dauer angelegt. Im Trennungsjahr soll den Eheleuten […]

Besonderheiten, auf die es zu achten gilt Wenn Führungskräfte, wie Manager, Geschäftsführer, Vorstände und Mitglieder in Aufsichtsräten von Trennung und Scheidung betroffen sind und nicht Vorsorge durch einen Ehevertrag getroffen haben, sehen sie sich gerade in finanzieller Hinsicht mannigfachen Problemen gegenüber. Gerade im Bezug auf einen etwaigen Zugewinnausgleich, Unterhaltsansprüche und auch dem Ausgleich der Rentenanwartschaften […]

Verliebt, verlobt, verheiratet und schon ist mit der Ehe auch ein Rechtsverhältnis begründet worden. Jungunternehmer oder junge Unternehmensgründer, die ihre Liebe mit einer Hochzeit krönen, bedenken oft nicht, dass sich Ehe und Unternehmen auch auseinander entwickeln können. Welche Folgen eine Scheidung für das Unternehmen haben kann, wird oft nicht bedacht. Zum Zeitpunkt der Eheschließung steckt […]

Unterhaltsberechnung nach der Quotenmethode: Grundsätzlich wird der Ehegattenunterhalt berechnet, indem man die anrechenbaren Einkünfte beider Eheleute zusammenaddiert und dann durch zwei teilt. Dies stellt den Unterhaltsbedarf des geringer verdienenden oder einkommenslosen Ehegatten dar. Auf diesen Unterhaltsbedarf muss er sich dann eigene Einkünfte anrechnen lassen. Der verbleibende Restbetrag stellt seinen tatsächlichen Unterhaltsbedarf dar. Anrechenbar ist das […]

Was bedeutet Kindeswohl? Das Kindeswohl ist ein zentraler Rechtsbegriff des Familienrechts und Maßstab für Entscheidungen insbesondere im Sorge- und Umgangsrecht, aber auch bei Adoptionen und Vaterschaftsfragen. Es gibt keine rechtliche Definition des Kindeswohls aber Kriterien, auf deren Grundlage über das Kindeswohl entschieden wird. Danach gehört zum Kindeswohl insbesondere: Das Kindeswohl bei der elterlichen Sorge Insbesondere […]